Der Rummeldberger Organist Thomas Greiff ist am kommenden Samstag, 4. Juli 2026, zu Gast an der Wiegleb-Orgel in St. Gumbertus. Ab 12.00 Uhr spielt er ein Programm „Hommagen“ mit Werken von Andre Stamm, Johann Ludwig Krebs und Siegfried Karg-Elert.
Die Liturgie übernimmt Pfarrerin Viktoria de Fallois.
„Hommagen“ sind Ehrbezeugungen und in der Musik sehr häufig. Es gibt, offene Hommagen und versteckte, freiwillige und unfreiwillige, weit verbreitete und seltene. Thomas Greif, Organist im Diakoniedorf Rummelsberg, hat einige davon in ein kurzweiliges Orgelprogramm gepackt. Darin kommt etwa Johann Ludwig Krebs vor, der „einzige Krebs in meinem Bache“, wie sein Lehrmeister Johann Sebastian Bach über ihn zu sagen pflegte. Krebs hat großartige Orgelmusik geschrieben, aber man spürt häufig den übermächtigen Schatten Bachs, aus dem Krebs nicht herauskommt. Sein „Präludium und Fuge in C-Dur“ ist unüberhörbar an der berühmten C-Dur-Toccata seines Lehrers orientiert und daher eine, wahrscheinlich unfreiwillige, Hommage an Johann Sebastian Bach.
Wie Krebs steht auch Sigfrid Karg-Elert eher in der zweiten Reihe der Orgelkomponisten. Schon zu Lebzeiten war er den Modernen zu traditionell und den Traditionalisten zu modern. Seine Kompositionsideen sind häufig ungewöhnlich und einzigartig – etwa die Sammlung „Porträts“, die eigentlich fürs Harmonium gedacht ist. Karg-Elert durchmisst hier in 33 Stücken die gesamte damalige Musikgeschichte, und zwar jeweils im Stile eines anderen alten Meisters. Greif hat einige dieser Kostbarkeiten, darunter Karg-Elerts Verbeugungen vor Couperin, Carl Maria von Weber oder Johann Strauß, ausgewählt.
Eine dritte Art der musikalischen Verbeugung bietet die abschließende Suite von Hans-André Stamm. Der Komponist aus Leverkusen hat in seiner „Hommage an Mendelssohn“ Themen von Mendelssohn mit dessen Satztechnik verarbeitet. Wie würden berühmte Chorsätze wie „Fürchte Dich nicht, spricht unser Gott“ und „Wohl dem, der den Herrn fürchtet“ aus dem Oratorium „Elias“ oder das langsame Thema aus dem Violinkonzert in E-Moll klingen, wenn Mendelssohn sie nicht für Chor und Orchester, sondern in seiner Orgelmusik verarbeitet hätte? Vielleicht so ähnlich wie in dieser Mendelssohn-Hommage?

